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High Performance Computing (HPC) mit INTEL

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Hintergrundinformation Juni 2007

High Performance Computing (HPC) mit INTEL

Einführung
Meteorologen nutzen sie bei der Erstellung von Klimamodellen, Geophysiker berechnen mit ihrer Hilfe die Ausbreitung von Erdbeben und Autofirmen setzen sie im Windkanal ein, um das optimale Design für ihre Fahrzeuge zu erreichen - Supercomputer leisten im Rahmen des High Performance Computing (HPC) einen wichtigen Dienst in Wissenschaft und Forschung. Unter HPC versteht man generell die computergestützte wissenschaftliche Rechenarbeit, die einen extrem hohen Leistungs- und Speicherbedarf hat. Hierzu zählen Anwendungsbereiche aus der Physik, Meteorologie, Strömungsmechanik oder Genetik.

Intel spielt im HPC-Markt eine wichtige Rolle. Die überwiegende Mehrheit der 500 leistungsfähigsten Supercomputer-Systeme der Welt (www.top500.org) beruht aktuell auf Intel® Prozessoren. Der Grund für diese Entwicklung: Da alle auf Intel® Plattformen errichteten Hochleistungsrechner auf offenen Standards basieren, ergibt sich eine große Auswahl an Anbietern für Hard- und Software. Das führt zu erheblichen Kosteneinsparungen und Leistungswerten gegenüber proprietären Mainframe- und RISC-Systemen, die lange Zeit die HPC-Welt dominierten.

Im HPC-Umfeld liefern Plattformen auf der Basis des Intel® Itanium® 2 Prozessors (Codename Montecito) eine entsprechende Leistung, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit. Da sie 64-Bit Speicher adressieren, sind sie ideal für große Rechenaufgaben geeignet. In einem Rechencluster - einem Verbund vernetzter Computer - bieten auch Intel® Xeon® Prozessoren die gewünschten Leistungsmerkmale.

Intel® Core™ Mikroarchitektur
Grundlage aller Intel Prozessoren ist die im Mai 2006 vorgestellte Intel® Core™ Mikroarchitektur. Sie ermöglicht höhere Leistung bei geringerem Stromverbrauch. Durch intelligentes und innovatives Power-Management werden nur diejenigen Teile der Cores mit Strom versorgt, die gerade benötigt werden. Das Resultat ist eine wesentlich verbesserte Energie-Effizienz (geringerer Stromverbrauch) bei gleichzeitig verbesserter Leistungsfähigkeit durch die neue Mikroarchitektur.

Aktuelle Intel Prozessoren bestehen aus Strukturen, die gerade einmal 65 Nanometer messen. Ein Nanometer (nm) ist ein Milliardstel Meter - das entspricht einer Breite von ungefähr drei benachbarten Atomen in einem Stück Metall. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 90.000 nm dick. Im Laufe des Jahres 2007 wird Intel Chips (Codename Penryn) in Rechnern aller Art einsetzen, deren Strukturen nur noch 45 Nanometer messen. Folge dieser Miniaturisierung ist eine weitere Leistungssteigerung bei geringerem Stromverbrauch.

Die Prozessoren verfügen je nach Ausstattung über zwei (Dualcore) oder vier (Quadcore) Rechenkerne und bieten damit die notwendigen Leistungsreserven für Anwendungen und Geräte, die auf absolute Höchstleistung angewiesen sind. Quadcore ist aber noch längst nicht das Ende des Innovationszyklus. Intel arbeitet heute bereits an Prototypen eines 80-Kern-Prozessors.

Neue Intel Plattformen für HPC
Neben den neuen Xeon und Itanium Prozessoren selbst sind auch neue und verbesserte Plattformen für auf Intel Core Mikroarchitektur basierende Systeme verfügbar. Für HPC-Anwendungen kommen speziell beim Clustering so genannte DP-Systeme zum Einsatz, d.h. Systeme mit zwei Prozessor-Steckplätzen. Für diese Plattformen mit Dual- und Quad-Core Prozessoren entwickelte Intel den Blackford-Chipsatz (Codename), der einen schnellen und leistungsfähigen gemeinsamen Hauptspeicher mit bis zu 64 GB Kapazität unterstützt. Ab Mitte 2007 wird es auch Systeme mit mehreren Steckplätzen (Multiprozessor-Plattformen, MP) für Prozessoren geben. Dann werden sehr leistungsfähige 4-Socket Volume-Server mit bis zu 16 Cores auf Intel Basis verfügbar sein.

Die aktuellen DP- und die geplanten MP-Plattformen mit Dual- oder Quad-Core Prozessoren ermöglichen balancierte Systeme, die sich hervorragend zum Aufbau von leistungsfähigen und effizienten Workstations, (HPC)-Clustern und größeren SMP-Systemen eignen. Der richtige Einsatz der Xeon- und Itanium-Technologien erlaubt es, Geschäftsvorteile durch IT auszunutzen und auszubauen oder neue Einsatzmöglichkeiten zu realisieren. Da die offenen, Intel basierten Lösungen gegenüber proprietären RISC/UNIX-Systemen ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis bieten, können jetzt auch kleinere Unternehmen am Fortschritt der HPC-Technologien teilhaben.

Wichtige HPC-Prinzipien
Bei Intel sind wichtige und grundlegende Erkenntnisse und Anwendungen aus dem HPC konkret in die bekannten Standard-Plattformen für Desktops, Workstations und Notebooks eingeflossen. Drei wichtige HPC-Prinzipien seien im Folgenden dargestellt: Vektorisierung, Multiprozessing und 64-Bit Speicheradressierung.

Vektorisierung
Vektorisierung meint die gleichzeitige und gleichartige Verarbeitung mehrerer Datenelemente mit nur einer Instruktion (SIMD – Single Instruction Multiple Data). Im Prinzip geht es darum, mit einem Befehlsaufruf gleichzeitig mehrere gleichartige Datenströme zu bearbeiten, statt diesen mehrfach wiederholen zu müssen. Dieses Prinzip wurde im HPC zunächst vor allem bei der Lösung linearer Gleichungen in rechenintensiven Bereichen wie bei Wettervorhersagen oder in der Kryptographie eingesetzt.

Seit den 1990er Jahren mit der Einführung von Intel® Pentium® Prozessoren mit MMX™ Technologie gehört diese SIMD-Technologie insbesondere bei der Verarbeitung von Mediendaten zum Standard auch bei Desktop PCs und Notebooks. Mittlerweile lässt sich die Datenrate der SSE-Instruktionen von 128 Bit in einem einzigen Taktzyklus berechnen. Hierfür waren früher zwei Rechenschritte notwendig. Heutzutage wird das Prinzip der Vektorisierung insbesondere im Multimedia-Bereich angewandt, in dem komplexe und hochkomprimierte Dateien mit Bildern, Filmen, Tönen und Animationen mit zum Teil enorm großen Datenmengen verarbeitet werden.

Multiprozessing
Multiprozessing bezeichnet die Fähigkeit, mehrere Instruktionen einer oder mehrerer Anwendungen gleichzeitig auf mehreren Prozessoren abzuarbeiten (Multiple Instruction Multiple Data – MIMD). Die Prozessoren teilen sich dabei den Hauptspeicher und adressieren ihn parallel. Im HPC ist dieses Prinzip schon seit langem als Symmetric Multi Processing (SMP) bekannt. In den Rechenzentren war dies allerdings mit relativ großem Platzbedarf verbunden, weil jeder Prozessor für sich auf einem Chip saß.

Intel hat nun dieses Prinzip auf den Chip selbst transferiert. Rechenleistung, die früher mehrere Quadratmeter Platz benötigte, ist mittlerweile auf wenigen Quadratmillimetern zu finden. Seit 2005 sind die ersten Intel Prozessoren mit zwei Kernen (Dual Core-Prozessoren) für Server und Desktop PCs auf dem Markt, seit November 2006 mit vier Kernen (Quad-Core). Der Prozessor ist somit in der Lage, mehrere Threads (Aufgaben) gleichzeitig (parallel) zu verarbeiten statt wie bisher hintereinander (sequenziell). Das beschleunigt den Verarbeitungsprozess enorm.

64-Bit Speicheradressierung
Die verwendeten Speicheradressen von Computersystemen haben sich nur relativ langsam von 8 auf 16 und weiter auf 32 Bit entwickelt. Komplette 64-Bit-Speicheradressen waren bis vor einigen Jahren nur kostenintensiven proprietären High-End-Systemen vorbehalten. Generell versteht man unter dem Begriff 64-Bit-Computing die Möglichkeit eines Prozessors, mit 64-Bit langen Adressen arbeiten zu können und direkt auf einen sehr großen Hauptspeicher mit mehreren (Hunderten) GB Kapazität zugreifen zu können. Hierbei sind die entsprechenden 64-Bit breiten Register und Rechenwerke in der Hardware vorhanden, um datenintensive Verarbeitungen möglichst schnell und effizient zu gewährleisten.

Mittlerweile stehen eine ganze Reihe erschwinglicher Prozessoren und Systeme mit 64-Bit direkt adressierbarem Speicher zur Verfügung, die somit dem Massenmarkt zugänglich sind. Bei Intel weisen alle Produkte durchgängig 64-Bit auf – vom Celeron- bis hin zum Itanium Prozessor. Von dieser immens gestiegenen Leistungsfähigkeit profitieren Anwender vom Desktop PC über Workstations bis hin zu Server-Systemen.

HPC-Projekte auf Intel Basis

BMW Sauber Formel 1 Team
Das BMW Sauber F1 Team arbeitet in seinem Windkanal in Hinwil/Schweiz seit Dezember 2006 mit einem Hochleistungsrechner auf Intel Basis. Der Supercomputer, ein Rechnercluster mit 512 Intel Xeon 5160 Prozessoren, simuliert die Luftströmung an den Formel 1-Rennwagen des BMW Sauber F1 Teams. Der Cluster trägt den Namen „Albert 2“ und erreicht eine maximale Rechenleistung von 12.228 Gigaflops (12 Billionen Fließkomma-Rechenoperationen in der Sekunde).

Damit ist er nach der Top 500-Liste Europas schnellster Supercomputer in der Kategorie „Industry“. Der neue Rechner wurde von der Schweizer Dalco AG entworfen und gebaut. Er kommt für sehr aufwändige Berechnungen der Aerodynamik (Computational Fluid Dynamics - CFD) des Rennwagen-Chassis zum Einsatz. Die hierzu genutzten Spezialanwendungen liefert der Softwareanbieter Fluent. Sie ermöglichen es, die Luftströmung der Rennwagen des BMW Sauber F1 Teams zu simulieren.

Der Superrechner zerlegt auf der Suche nach der perfekten Aerodynamik die Oberfläche des Autos und die umgebende Luft in mehr als 100 Millionen winzige Zellen. Anschließend berechnet er, wie sich diese Elemente in unterschiedlichen Fahrsituationen verhalten. Um all diese Gleichungen zu lösen, braucht es eine Menge Rechenpower. Diese kommt von 512 Intel 5100 Xeon Prozessoren (Dual Core mit 3 GHz Taktrate), die insgesamt über 1024 Rechenkerne verfügen. Sie sind auf 256 Zwei-Prozessor-Knoten verteilt.

Der Cluster verfügt über 2.048 Gigabyte Hauptspeicher und 20.480 Gigabyte lokale Festplattenkapazität. Dazu kommen 15 Terabyte Plattenspeicher, die ein zusätzlicher File-Cluster bereitstellt. Mit einer maximalen Rechenleistung von 12.228 Gigaflops ist „Albert 2“ rund 5,5-mal schneller als sein Vorgänger. Zum Vergleich: Um diese Leistung zu erreichen, müsste jeder Einwohner Münchens (1,3 Millionen) ein ganzes Jahr lang alle 3,5 Sekunden zwei achtstellige Zahlen miteinander multiplizieren.

„Albert 2“ dient dem BMW Sauber F1 Team auch als Entscheidungshilfe beim Bau der Renn-Boliden. Ist beispielsweise ein neuer Frontflügel notwendig, simuliert der Hochleistungsrechner zunächst verschiedene Modelle. Die besten werden in Karbon nachgebaut und dann physisch im Windkanal getestet. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen anschließend wieder in die physikalischen Modelle des Simulationsprogramms ein Durch die Investition in das Simulationsprogramm spart sich der Formel 1-Rennstall den Bau eines zweiten Windkanals.
CERN, Schweiz
Das CERN (Conseil Européen pour la recherche nucléaire) an der Grenze zwischen Frankreich und Schweiz im Westen der Stadt Genf ist Europas größtes Forschungszentrum. Heute heißt das Institut offiziell "Europäisches Laboratorium für Teilchenphysik", doch die alte Abkürzung ist geblieben. Mit seinen 3000 Mitarbeitern ist das CERN das größte Forschungszentrum für Teilchenphysik der Welt. Hier suchen die Wissenschaftler nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält, nach den Ursprüngen des Kosmos.

Aufgabe des CERN ist die Erforschung der Zusammensetzung der Materie. Hierzu werden Elementarteilchen wie Elektronen oder Protonen sehr stark beschleunigt und dann zur Kollision gebracht. Bei diesen Experimenten werden oftmals Verfahren und Techniken entwickelt, die weit über die Kernforschung hinaus Bedeutung erlangen. Eine der populärsten Erfindungen des CERN ist eigentlich nur ein Nebenprodukt: das World Wide Web.

Um die riesigen Datenmengen der CERN-Teilchenbeschleuniger zu verarbeiten, sind starke Rechner notwendig. Das CERN setzt zum einen auf eine Rechner-Farm auf Intel Basis, zum anderen auf Grid Computing. Bei letzterem nutzt man die Rechenleistung einer Vielzahl von Computern innerhalb eines Netzwerks, um rechenintensive Aufgaben gemeinsam durchzuführen. Das heißt: Viele einzelne Computer werden zu einem Supercomputer vernetzt.

Entscheidend dabei ist, dass die Rechenleistung jedes einzelnen Systems im Dienste der Aufgabe automatisch dynamisch zugewiesen wird. Fährt ein System wegen eigener Aufgaben unter Hochlast, koppelt es sich von dem Grid ab, werden wieder Rechenkapazitäten frei, klinkt es sich automatisch wieder ein.

Das CERN ist das weltweit größte wissenschaftliche Grid-Projekt der Welt. Derzeit betreibt das CERN mit dem Vorzeigeprojekt LHC Computing Grid (LCG) bereits eine Grid-Lösung, die global mehr als 200 Universitäten und Forschungseinrichtungen umfasst. Darüber hinaus ist das CERN federführend im Enabling Grids for E-sciencE Projekt (EGEE), einer Grid Infrastruktur, die über 90 Partner in Europa, USA und Asien involviert und wissenschaftliche Anwendungen von der Astrophysik bis hin zur Biomedizin abdeckt.

Zweite Säule des CERN-Computing ist ein Cluster aus Systemen auf Intel Basis. Das CERN bezeichnet seine Lösung nicht als High Performance Computing, sondern als High-Througput Computing. Die „Server-Farm“ besteht aus einem heterogenen Mix von rund 5000 Maschinen, deren Prozessoren sich aus Intel Xeon Modellen verschiedenster Generationen (Prescott bis zum aktuellen 3 GHz Woodcrest) zusammensetzen. Die Rechner sind über ein Gigabit Ethernet verbunden (10 Gbyte Backbone) und bieten insgesamt eine Speicherkapazität von 4 Petabyte Daten. Diese bieten eine sehr hohe Gesamt-I/O Leistung zu Disk und zu Tape sowie eine sehr gute WAN-Anbindung (~100Gbit/s nur für die Daten).

Ende 2006 hat das CERN 640 Maschinen mit Dualcore-Prozessor Xeon 5100 (Codename Woodcrest) von drei Herstellern erhalten. Davon haben die Wissenschaftler 340 Maschinen zu einem eigenen Cluster aufgebaut, um einen Teil der Daten aus den Teilchenbeschleunigern zu bewältigen. Auf allen Rechnern wurde das Standard CERN-System (Scientific Linux CERN 4; basierend auf RHEL4) installiert, und es gab keine speziellen Optimierungen, welche die Leistung noch weiter hätten steigern können. Die CERN-Wissenschaftler erreichten mit dem System aus 340 Xeon Servern eine Leistung von 8329 Gigaflops (Billionen Fließkomma-Rechenoperationen in der Sekunde), was mehr als 50 Prozent des theoretischen Maximums entspricht.
Leibniz-Rechenzentrum München, Deutschland
Am Leibniz-Rechenzentrum an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BADW) in Garching bei München steht seit April 2007 einer der schnellsten Supercomputer der Welt. Der 64-Bit-Linux-basierte Supercomputer namens HLRB II (Höchstleistungsrechner in Bayern), ein Altix-Nachfolgesystem des Herstellers Silicon Graphics (SGI) mit Intel Itanium Prozessoren, ist laut BADW etwa dreißig Mal leistungsfähiger als der frühere Supercomputer, ein Hitachi SR8000.

Mit einer Spitzenleistung von 62,3 Teraflops (62,3 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) wäre der HLRB II die Nummer vier in der aktuellen Top-500-Liste der Supercomputer sowie der schnellste Rechner Europas. Die Rechenpower kommt von 9728 Intel® Itanium® 2 Cores (Montecito Dual-Core Prozessoren) mit einer Taktrate von jeweils 1,6 GHz.

Intel® Itanium® 2 Prozessoren der 9000er Serie (Codename Montecito) mit Dual-Core, Hyper-Threading, sehr großen Caches und der EPIC Architektur sind sehr gut geeignet für den Aufbau großer, leistungsfähiger, skalierbarer und flexibler Shared Memory Systeme (SMP oder cc:NUMA). Diese bieten einen sehr großen, direkt adressierbaren Hauptspeicher (beim HLRB II sind es 39 Terabyte) mit den entsprechend hohen Speicherbandbreiten zu den Prozessoren sowie zu den I/O-Subsystem und eignen sich hervorragend für HPC-Anwendungen. Als Interconnect fungiert beim HLRB II NUMAlink 4 mit einer Bandbreite von 6,4 GByte/s in beide Richtungen.

Eingesetzt wird der HLRB II am Leibniz-Rechenzentrum München vor allem für die Simulation komplexer Systeme und Prozesse in der Physik, Materialforschung, Strömungsdynamik, Astrophysik, Chemie sowie in den Geo- und Biowissenschaften. Beispiele hierfür sind die Untersuchung der Turbulenz, Strömungen in porösen Gebilden, das Zusammenwirken von Strömungen und deformierbaren Strukturen, die Entstehung und Ausbreitung von Schall oder Hochtemperatur-Supraleitung.

Weitere Anwendungsgebiete sind Formgedächtnismaterialien, chemische Reaktionen bei Verbrennungs- und Katalyseprozessen, Ausbreitung von seismischen Wellen und Erdbeben sowie die Untersuchung der Beziehungen zwischen Sequenz, Struktur und Funktion bei Proteinen. Bevor der Supercomputer in einem Projekt eingesetzt werden darf, muss ein Expertengremium grünes Licht geben.

MTU Aero Engines, Deutschland
Die MTU Aero Engines mit Hauptsitz in München ist der führende deutsche Triebwerkshersteller und weltweit eine feste Größe. Das Unternehmen entwickelt, fertigt, vertreibt und betreut zivile und militärische Luftfahrtantriebe sowie stationäre Industriegasturbinen. Mit ihren Produkten ist die MTU in allen Schub- und Leistungsklassen sowie wesentlichen Komponenten und Subsystemen - Verdichter, Brennkammer, Turbine und Triebwerksregelung - vertreten.

Das Unternehmen setzt für das Engineering (90 Prozent) und für seine Enterprise-Anwendungen (Oracle, SAP, Websphere) ein Cluster aus insgesamt 564 Intel Xeon Prozessoren (280 Xeon 3,6 GHz, 284 Xeon 5160) sowie eine SMP-Maschine (Symmetrisches Multiprozessorsystem) aus insgesamt 88 Intel Itanium2 Prozessoren (64 Itanium2 1,4 GHz, 24 Itanium2 1,6 GHz) ein. Als Interconnect kommt bei 256 Knoten Myrinet zum Einsatz, der Rest ist Gigabit Ethernet.

Technische Universität Dresden
Das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) ist eine wissenschaftliche Einrichtung der TU Dresden. Es ist für die gesamte Kommunikationsinfrastruktur und die zentralen Server und Dienste der Universität verantwortlich. Zudem betreibt es auch die Supercomputer und leistet wichtige Forschungen auf diesem Gebiet.

Das neu installierte SIG Altix-System mit 1024 Dual Core Intel Itanium Prozessoren bietet eine Rechenleistung von 12,9 Teraflops (12,9 Billionen Fließkomma-Rechenoperationen pro Sekunde) und einen Hauptspeicher von 6,5 Terabyte. Dank des schnellen Dateisystems lässt sich der komplette Inhalt des Hauptspeichers in weniger als 15 Minuten auf eine Daten-Disk übertragen. Ein Terabyte Daten können die Forscher in weniger als zehn Minuten aus dem Archiv abrufen. Hochleistungsrechner mit dieser Geschwindigkeit sind eine notwendige Voraussetzung, um konkurrenzfähige Spitzenforschung vor allem im Life Science- und Bio-Bereich betreiben zu können.

Hauptanwendungsgebiet für das Intel basierte HPC-System ist die Bioinformatik, sprich die informationelle Speicherung und Auswertung von biologischen Daten (Genetik, Informationen zur Proteinstruktur etc.). Bereits heute produzieren einige Biologie-Projekte mehrere Terabyte an Daten, die schnell analysiert werden müssen. Das betrifft zum einen Ergebnisse aus Simulationen, zum anderen Messdaten etwa von Hochdurchsatz-Mikroskopen, Kameras oder Satelliten. Für die Auswertung ist es oft erforderlich, einen sehr großen Teil dieser Daten miteinander zu vergleichen, um vom konkreten Experiment Gesetzmäßigkeiten ableiten zu können.

Die HPC-Rechner, die diese Aufgabe bewältigen, benötigen neben einem großen Hauptspeicher hohe Bandbreiten zum Speicher, zu den Platten und zum Bandarchiv. Sie sind die Voraussetzung für das so genannte „datenintensive Rechnen“, sprich neue Methoden zur effizienten Extraktion von Wissen aus großen Datenbeständen. Die Architektur der Dual Core Itanium 2 basierten SGI Altix 4700 bietet großen und schnellen gemeinsam adressierbaren Hauptspeicher und eine enge Integration aller Komponenten. Das System bringt bei komplexen Anwendungen eine 50fach höhere Leistung im Vergleich zu früheren Plattformen, analysiert bis zu 30mal größere Datensätze und eröffnet den Forschern erstmals die Chance, sehr komplexe Datensätze zu analysieren.

Universität Linz, Österreich
Die Johannes Kepler Universität im österreichischen Linz betreibt in ihrem Rechenzentrum insgesamt vier HPC-Systeme auf Intel Basis:

Das neueste SMP-System (SGI Altix 4700) besitzt 128 Prozessoren beziehungsweise 256 Cores (Itanium-2 1.6 GHz), verfügt über einen Hauptspeicher von 1 Terabyte und kommt vor allem als Hochleistungsrechner sowie für Grid Computing zum Einsatz. Die Verbindung zwischen den einzelnen Prozessoren erfolgt über NUMAlink.

Ebenfalls zum Grid-Computing nutzt das Rechenzentrum der Universität Linz ein Cluster aus vier SGI Altix 350-Systemen mit Infiniband-Interconnect (Voltaire/Mellanox MT23108). In jedem der vier Knoten befinden sich 16 Intel Itanium 2 Prozessoren mit 1,4 GHz und 3 MByte Cache.

Für die Virtualisierung in der Virtual Reality steht eine SGI Altix Prism mit 16 Intel Itanium 2 Prozessoren und NUMAlink-Interconnect zur Verfügung. Sie steuert die CAVE (Cave Automatic Virtual Environment). Der Begriff CAVE, wörtlich Höhle mit automatisierter, virtueller Umwelt, bezeichnet einen Raum zur Projektion einer dreidimensionalen Illusionswelt der virtuellen Realität.

Im Institut für graphische und parallele Datenverarbeitung steht ein Cluster mit Infiniband-Interconnect (Mellanox MT25208) für Grid-Computing. Dabei handelt es sich pro Knoten um ein Dell Poweredge System mit 2x Intel Xeon 3.0 GHz-Prozessoren. Insgesamt sind sechs Xeon-CPUs im Einsatz.

Intel (NASDAQ: INTC), das weltweit führende Unternehmen im Bereich Halbleiterinnovation, entwickelt Technologien, Produkte und Initiativen, um Leben und Arbeit der Menschen laufend zu verbessern. Weitere Informationen über Intel finden Sie unter http://blogs.intel.com.

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* Intel, Xeon, Itanium und das Intel Logo sind Marken der Intel Corporation in den USA oder anderen Ländern. Andere Marken oder Produktnamen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.
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